27.09.2017

2017 – das Internationale Jahr des nachhaltigen Tourismus

Die Reisebranche zählt zu den größten Wirtschaftszweigen weltweit. Für viele Länder ist der Tourismus als wichtige Einnahmequelle nicht mehr wegzudenken. Gleichzeit fördert er das Kulturverständnis der Menschen, indem sie die Möglichkeiten haben, die kulturelle Vielfalt der Welt persönlich kennenzulernen. Dennoch kann der stetige Anstieg des Tourismus in den bereisten Ländern und Regionen schwerwiegende Folgen für die einheimische Bevölkerung, Natur und Kultur haben. Passend dazu steht der Welttourismustag dieses Jahr unter dem Motto "Nachhaltiger Tourismus als Entwicklungsinstrument".

Nachhaltiger oder sanfter Tourismus bedeutet:

  1. dass der bereisten Natur möglichst wenig geschadet wird.
  2. die Natur möglichst ursprünglich erfahren wird.
  3. dass man sich der Kultur des Landes anpasst.

Es gibt bereits Hotels, die durch erneuerbare Energien, reduziertes Abfallaufkommen, sparsam verwendetes Trinkwasser, umweltschonendes und wiederverwertbare Materialien und regionales Handwerk bei der Einrichtung auf nachhaltige Konzepte setzen. Weiterhin gibt es Naturerlebnisangebote wie Themenwanderwege mit Beobachtungsstationen und Barfußpfade.

Auch bei einem der größten Verursacher von Umweltbelastungen, der Luftfahrtbranche hat sich in den letzten Jahren einiges in der Flugzeugentwicklung getan. Neue Flugzeugtypen wie der B787 Dreamliner und A350 XWB stoßen bis zu 25 Prozent weniger CO2 aus und verbrauchen weniger Kraftstoff durch die Verwendung von leichteren Verbundstoffen und optimierter Triebwerke als ältere Flugzeugmodelle. Außerdem reduzieren sie den Lärmpegel an Flughäfen, indem der äußere Geräuschpegel unter den Richtlinien liegt.

Wichtig beim nachhaltigen Tourismus ist, dass die Bedürfnisse der Reisenden möglichst erfüllt, gleichzeitig aber die Reiseziele vor Schaden geschützt werden. Dass dieses Thema besonders Einwohnern von beliebten Urlaubsorten am Herzen liegt, sieht man an aktuellen Beispielen wie den Protesten gegen den Massentourismus auf Mallorca. Einheimische Demonstranten sehen ohne Touristenlimit keine Zukunft mehr für ihre Insel. Die Innenstädte, Strände und Straßen sind überfüllt; Mietwagen und Kreuzfahrtschiffe schaden der Umwelt. Die Bürger möchten nicht, dass Palma so sehr von Touristen überschwemmt wird wie Barcelona oder Venedig.

Nachhaltige Ansätze sind also wichtig, um den Tourismus langfristig aufrechterhalten zu können. Unternehmen in der Reisebranche sollten demnach mehr auf Umweltbildung und Besucherlenkung setzen. Urlaubern sollte über verschiedene Naturerlebnisangebote ein verantwortungsbewusster Umgang mit der Umwelt und den natürlichen Ressourcen nähergebracht werden. Durch Maßnahmen zur Beeinflussung von Besuchern können negative Auswirkungen auf Schutzgebiete minimiert werden. Dies funktioniert am besten durch klare Information, Angebote und Alternativen, Vorbildverhalten, Überredung oder Führungen.

Die UNWTO (United Nations World Tourism Organization) hat anlässlich des Welttourismustages Tipps für verantwortungsbewusste Reisende veröffentlicht.

#TravelEnjoyRespect

wtd.unwto.org/home-wtd-2017

Julia Schenk

Public Relations Manager