﻿{"id":1178,"date":"2015-07-18T15:56:22","date_gmt":"2015-07-18T13:56:22","guid":{"rendered":"\/?p=1178"},"modified":"2019-03-06T17:39:35","modified_gmt":"2019-03-06T16:39:35","slug":"wie-viel-ist-inhalt-heute-wert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.itms.com\/de\/wie-viel-ist-inhalt-heute-wert\/","title":{"rendered":"Wie viel ist Inhalt heute wert?"},"content":{"rendered":"<p>So einfach wie bei keinem anderen Medium k\u00f6nnen mit nur einem einzigen Klick unsere Fl\u00fcge gebucht, Lebensmittel eingekauft oder Dateien versendet werden. Schon l\u00e4ngst haben wir uns daran gew\u00f6hnt, mit unseren Freunden via Smartphone Kontakt zu halten und unsere Tablets zum Verfolgen von internationalen Nachrichten zu nutzen. Geld f\u00fcr die Papierversion der lokalen Zeitung oder f\u00fcr eine neue CD auszugeben, wird mittlerweile als \u00fcberholt angesehen. Schlie\u00dflich bieten uns Online-Plattformen und Musikdienste die M\u00f6glichkeit, bequem von Zuhause aus auf dem Laufenden zu bleiben und unsere Lieblingssongs zu h\u00f6ren \u2013 und zwar komplett kostenfrei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eben jene Online-Anzeigen haben sich jedoch zum St\u00f6rfaktor Nummer eins unter Internetnutzern entwickelt. Permanent sind wir gezwungen, f\u00fcnf bis zwanzig scheinbar niemals endende Sekunden voll von Informationen \u00fcber Produkte und Programme abzusitzen, an denen wir in den meisten F\u00e4llen kein Interesse haben und die wir aus eben diesem Grund auch nicht erwerben werden. Zur Bek\u00e4mpfung dieses Problems hatten Internetexperten die Idee zur Entwicklung einer Software, die Anzeigen auf einer Webseite entfernt und so dem Benutzer den gew\u00fcnschten Inhalt ohne Verz\u00f6gerungen zug\u00e4nglich macht.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-1179\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news_1140_x_550_Inhalt.jpg\" alt=\"\" width=\"1140\" height=\"550\" srcset=\"https:\/\/www.itms.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news_1140_x_550_Inhalt.jpg 1140w, https:\/\/www.itms.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news_1140_x_550_Inhalt-300x145.jpg 300w, https:\/\/www.itms.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news_1140_x_550_Inhalt-768x371.jpg 768w, https:\/\/www.itms.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news_1140_x_550_Inhalt-1024x494.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 1140px) 100vw, 1140px\" \/><\/p>\n<p>Das popul\u00e4rste dieser Programme, passenderweise Adblock Plus genannt und nach eigenen Angaben von rund 60 Millionen Menschen weltweit genutzt, beharrt entschieden darauf, dass Menschen die Freiheit haben sollten, zu blockieren, was sie nicht m\u00f6gen. Unter einigen Gesichtspunkten ist dies durchaus sinnvoll. Nutzer, die h\u00e4ufig Werbeanzeigen blockieren, profitieren von schnelleren Ladezeiten, niedrigerer Prozessor- und Speicherplatznutzung sowie erh\u00f6hter Privatsph\u00e4re und Sicherheit beim Surfen im Internet. Adblocker sind mittlerweile so etabliert, dass fast jeder Webbrowser seine eigene Version eines solchen Programms verwendet. Damit haben Nutzer die M\u00f6glichkeit, Inhalte, die sie nie sehen wollen, auf die \u201eBlacklist\u201c und jene, die sie als akzeptabel erachten, auf die \u201eWhitelist\u201c zu setzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor allem der Sicherheitsaspekt ist oft ein Grund f\u00fcr die Nutzung von Adblockern. Im j\u00e4hrlichen Sicherheitsreport von Cisco aus dem Jahr 2013 wurde herausgefunden, dass Online-Anzeigen mit einer 182 Mal h\u00f6heren Wahrscheinlichkeit einen Virus verursachen, als die Suche nach pornografischen Seiten im Internet. Innerhalb der gleichen Studie wurde ein im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent erh\u00f6htes Aufkommen von Android Schadsoftware festgestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um zu vermeiden, dass alle Anzeigen gleicherma\u00dfen blockiert werden, hat Adblock Plus das \u201eAcceptable Ads Program\u201c kreiert. Dies erm\u00f6glicht es zugelassenen Anzeigen, bei Einhaltung strikter Richtlinien und bei Bestehen diverser Pr\u00fcfungen auf der sogenannten \u201eWhitelist\u201c eingetragen zu werden. Verst\u00e4ndlicherweise ist dies das kontroverseste Gesch\u00e4ftsmodell seiner Art, da Unternehmen, die es schaffen den zweiteiligen Test zu bestehen, gro\u00dfz\u00fcgig mit der Platzierung auf der Whitelist belohnt werden, die jedoch vom Nutzer jederzeit deaktiviert werden kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Anzeigen, welche die Zulassung durch das Programm anstreben, m\u00fcssen statisch sein, ohne Animationen oder Ton und vorzugsweise rein aus Text bestehen, da aufmerksamkeitserregende Bilder die Richtlinien der Software verletzen. Zudem m\u00fcssen die Werbeanzeigen angemessen auf Websites platziert sein, ohne andere Inhalte zu verdecken oder zu verschleiern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Werbetreibende reagieren ver\u00e4rgert auf Softwareprogramme wie Adblocker. Da die Kosten f\u00fcr Werbeanzeigen pro Klick oder pro 1000 Klicks berechnet werden, zahlen Unternehmen meistens ungeachtet der Tatsache, dass Werbeinhalte aufgrund der Blocker \u00fcberhaupt nicht beim Nutzer ankommen. In Kombination mit dem hohen Kostenaufwand f\u00fcr die Positionierung eines Inhaltes auf einer \u201eWhitelist\u201c erweisen sich solche Ausgaben als sehr kostenintensiv f\u00fcr Unternehmen. F\u00fcr kleine Start-Ups sind die Kosten nahezu untragbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was bei der Diskussion zwischen Aktivierung und Deaktivierung eines Adblockers oft nicht genug Beachtung findet, ist die Perspektive des Konsumenten. Das Ziel eines jeden Werbetreibenden sollte eine f\u00fcr den Konsumenten relevante und interessante Platzierung von Werbeanzeigen sein. Zum Nachteil der Internetgemeinschaft ist es auch im Jahr 2015 noch immer nicht m\u00f6glich, Anzeigen auf den einzelnen Nutzer zuzuschneiden. Die Folge sind irrelevante und st\u00f6rende Anzeigen, welche die freie Sicht auf Webseiten, Videos, etc. versperren. Ein Grund f\u00fcr die anhaltende Beliebtheit von Adblockern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Interactive Advertising Bureau(IAB) der USA hat eine klare Einstellung gegen\u00fcber diesem Thema formuliert. Demnach stellen Adblocker ein enormes wirtschaftliches Problem f\u00fcr die Industrie dar. Nachteilige Auswirkungen f\u00fcr Internetnutzer k\u00f6nnten die Folge sein. Als logischen Entwicklungsschritt k\u00f6nnte es so schon bald Internetseiten geben, die Adblock-Nutzern den Zugriff auf gew\u00fcnschte Inhalte verweigern. Als Ausgleich f\u00fcr die verloren gegangenen Einnahmen, haben einige Websites schon damit begonnen, sogenannte Bezahlschranken einzurichten, die dem Nutzer erst nach T\u00e4tigung einer Zahlung Zugriff auf die Internetseite gew\u00e4hren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch die deutschen Verlage sind sich der Gefahren blockierter Werbung bewusst. Auch sie sind bei der Finanzierung ihres kostenfreien Onlineangebots auf die Einnahmen aus Werbeanzeigen angewiesen. So riefen 2013 Spiegel Online, FAZ, die S\u00fcddeutsche Zeitung sowie Zeit Online und weitere Nachrichtenportale in einer gemeinsamen Kampagne ihre Leser zur Abschaltung von Adblockern auf. In der Folge h\u00e4uften sich jedoch Leserkommentare \u00fcber st\u00f6rende blinkende Anzeigen, die nach Abschalten des Adblockers ein angenehmes Lesen unm\u00f6glich machten und dazu f\u00fchrten, dass die Adblocker wieder aktiviert wurden. Zudem wurden sogar User, die zu diesem Zeitpunkt noch keinen Adblocker nutzten, auf die Problematik aufmerksam und die Download-Zahlen von Adblock Plus stiegen in der Folge weiter an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Da die Gesellschaft es gewohnt ist, Internetmedien kostenfrei zu konsumieren, sind Werbetreibende durch Unternehmen wie Adblocker \u201ebedroht\u201c, wenn sie die Online-Konsumenten erreichen wollen. W\u00e4hrend wir uns \u00fcber Werbeanzeigen und Pop-Ups beschweren, realisieren wir nicht, dass eben diese Werbeanzeigen die Basis f\u00fcr kostenlose Online-Inhalte darstellen. Durch ihre Abschaffung werden Unternehmen in Zukunft dazu gezwungen sein, Geb\u00fchren auf Service zu erheben, den wir t\u00e4glich nutzen und es dabei gewohnt sind, dies kostenlos zu tun.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In einem Zeitalter, in dem sich das Marketing zunehmend auf Online-Plattformen verlagert, k\u00f6nnen sich Werbetreibende keine erfolglosen Marketingstrategien leisten. Wie bei jeder gesch\u00e4ftlichen Transaktion muss auch in diesem Fall eine Form der Bezahlung stattfinden. Da das Internet weiterhin die Herrschaft \u00fcber alle anderen Formen des Content Sharings innehat, m\u00fcssen Nutzer die Entscheidung treffen, ob sie lieber ihre Zeit f\u00fcr das Anschauen von Werbeanzeigen oder ihr Geld zur Finanzierung von Inhalten aufopfern wollen und welchen Preis sie bereit sind daf\u00fcr zu zahlen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So einfach wie bei keinem anderen Medium k\u00f6nnen mit nur einem einzigen Klick unsere Fl\u00fcge gebucht, Lebensmittel eingekauft oder Dateien versendet werden. Schon l\u00e4ngst haben wir uns daran gew\u00f6hnt, mit unseren Freunden via Smartphone Kontakt zu halten und unsere Tablets zum Verfolgen von internationalen Nachrichten zu nutzen. 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