﻿{"id":845,"date":"2018-04-25T10:34:05","date_gmt":"2018-04-25T08:34:05","guid":{"rendered":"\/?p=845"},"modified":"2019-03-06T14:25:35","modified_gmt":"2019-03-06T13:25:35","slug":"seo-oder-stil-was-macht-einen-guten-web-text-aus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.itms.com\/de\/seo-oder-stil-was-macht-einen-guten-web-text-aus\/","title":{"rendered":"SEO oder Stil: Was macht einen guten Web-Text aus?"},"content":{"rendered":"<p>Heute gibt es das Internet &#8211; eine Plattform, die immer mehr Denkfaule zum Ideen- und Textklau verf\u00fchrt. Die Konsequenz: Den Schreibern kommt die Kreativit\u00e4t abhanden, wir kopieren, statt zu sinnieren. Artikel und Slogans verlieren an Authentizit\u00e4t, klingen flach und abgedroschen &#8211; das wirkt sich letztlich auch auf den Leser und seinen Sprachgebrauch aus, unser Wortschatz schrumpft, die Ausdrucksweise verflacht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Umso mehr widerstrebt es der letzten Bastion leidenschaftlicher Schreiber, sich Texte von Google diktieren zu lassen. Ein Kampf gegen Windm\u00fchlen: Wer heute im World Wide Web gefunden werden will, muss sich notgedrungen dem Algorithmus der Suchmaschine unterwerfen. &#8222;Content is king&#8220; &#8211; so hie\u00df es fr\u00fcher. Doch der K\u00f6nig ist tot! Tiefgang wurde feierlich verabschiedet, Kreativit\u00e4t beigesetzt, Originalit\u00e4t begraben. Jetzt ist Keyword King. So empfinden es viele &#8211; und sehen sich einer repressiven, freiheitslimitierenden Herrschaft ausgeliefert, die nur jene beg\u00fcnstigt, die sich besonders gekonnt anbiedern.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-838 size-large\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news-732x365_SEO_Stil_Groucho-1024x511.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"511\" srcset=\"https:\/\/www.itms.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news-732x365_SEO_Stil_Groucho-1024x511.jpg 1024w, https:\/\/www.itms.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news-732x365_SEO_Stil_Groucho-300x150.jpg 300w, https:\/\/www.itms.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news-732x365_SEO_Stil_Groucho-768x383.jpg 768w, https:\/\/www.itms.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news-732x365_SEO_Stil_Groucho.jpg 1464w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>Und in gewisser Weise stimmt das ja auch: Nur wer von Google pr\u00e4ferierte Suchbegriffe in seine Texte einflechtet, hat die Chance, im Netz gefunden zu werden. Aber: Letztlich ist das Ganze nicht weiter dramatisch. Schlie\u00dflich sollten sich Schreiber ohnehin auf ihre jeweilige Zielgruppe einstimmen. Ein Artikel, der sich an ein Fachpublikum richtet, muss dessen Tonalit\u00e4t treffen und das einschl\u00e4gige Fachvokabular enthalten, andernfalls wirkt er schnell unprofessionell und laienhaft. Wer sich vor dem Schreiben relevante Schl\u00fcsselw\u00f6rter notiert, wird feststellen, dass das mitunter sehr inspirierend und \u00fcberaus hilfreich sein kann. Gleichzeitig gilt: Eine allzu angepasste, farblose Sprache wird vom Leser mit Ignoranz abgestraft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Leser will \u00fcberrascht werden<\/strong><br \/>\nBegriffe wie &#8222;innovativ&#8220; oder &#8222;preiswert&#8220; sind derart abgeschmackt und \u00fcberstrapaziert, dass sie in Bedeutungslosigkeit versinken. Wieso sollte der Leser Versprechungen Aufmerksamkeit schenken, die jedes zweite Unternehmen macht, warum Claims ernst nehmen, mit denen sich das Gros aller Firmen schm\u00fcckt? Sie bleiben nicht h\u00e4ngen, werden schlichtweg \u00fcberlesen. Umgekehrt bedeutet das: Bei dem \u00dcberfluss an Plattit\u00fcden in Texten, die weder der Lust am Schreiben noch dem Informationswillen entspringen, sondern einzig auf Traffic abzielen, kann es f\u00fcr den Lesenden sehr erfrischend und einpr\u00e4gsam sein, zur Abwechslung mal mit einer unkonventionellen Formulierung \u00fcberrascht zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tatsache: Das Bem\u00fchen um eine gute Sprache bleibt im Zeitalter des SEO-Textens \u00f6fters auf der Strecke. Gleichzeitig jedoch hat Google ein nachvollziehbares Interesse daran, mit gutem Content bespeist zu werden. Nur so kann eine Suchmaschine schlie\u00dflich funktionieren &#8211; indem sie bei der Suchanfrage relevanten, qualitativ hochwertigen Inhalt liefert. L\u00e4ngst ber\u00fccksichtigt Google beim Ranking auch die Qualit\u00e4tsmerkmale Rechtschreibung und Lesbarkeit sowie die Pr\u00e4sentation von Inhalten. Aber so oder so: Sprache &#8211; vor allem im Marketing &#8211; dient nicht nur der Kommunikation. Sie soll \u00fcberzeugen, informieren, inspirieren. Texte sollen Leser nicht nur finden, sondern vor allem auch binden!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kunst im Webtexten liegt also darin, den Spagat zu schaffen &#8211; einen Artikel zu schreiben, der die g\u00e4ngigen und relevanten Keywords enth\u00e4lt, ohne dabei abgedroschen zu klingen. Ein Aufruf an alle Schreiber da drau\u00dfen: Macht es euch nicht zu leicht, spielt mit der Sprache! Wir arbeiten schlie\u00dflich nicht mehr mit Steintafeln. Der Leser wird es euch danken, also nur Mut.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute gibt es das Internet &#8211; eine Plattform, die immer mehr Denkfaule zum Ideen- und Textklau verf\u00fchrt. 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