﻿{"id":898,"date":"2017-07-18T14:15:37","date_gmt":"2017-07-18T12:15:37","guid":{"rendered":"\/?p=898"},"modified":"2019-03-06T17:59:03","modified_gmt":"2019-03-06T16:59:03","slug":"marketing-ein-kinderspiel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.itms.com\/de\/marketing-ein-kinderspiel\/","title":{"rendered":"Marketing \u2013 Ein Kinderspiel?"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-763\" src=\"\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news_732x365_Kinder-und-Jugendliche-als-Zielgruppe-im-Marketing.jpg\" alt=\"\" width=\"732\" height=\"365\" srcset=\"https:\/\/www.itms.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news_732x365_Kinder-und-Jugendliche-als-Zielgruppe-im-Marketing.jpg 732w, https:\/\/www.itms.com\/wp-content\/uploads\/2018\/10\/ITMS-news_732x365_Kinder-und-Jugendliche-als-Zielgruppe-im-Marketing-300x150.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 732px) 100vw, 732px\" \/><\/p>\n<p>Obwohl Kinder in ihrem Alter zwar meist noch ein Jahrzehnt vom Kauf ihres eigenen Autos oder eines eigenen Urlaubs entfernt sind, werden sie h\u00e4ufig schon in jungem Alter von Unternehmen adressiert. Der Grund daf\u00fcr ist, dass diese junge Zielgruppe h\u00e4ufig \u00fcber mehr Marktpotenzial verf\u00fcgt, als man vorerst vermuten w\u00fcrde. Doch wie erlangt man nun die Aufmerksamkeit von Kindern? Am einfachsten gelingt es \u00fcber das Storytelling, denn gute Geschichten verkaufen. Wenn man es schafft, eine Geschichte in das Produktmarketing zu integrieren, die Kinder anspricht und begeistert und parallel auch deren Eltern von der Sinnhaftigkeit zu \u00fcberzeugen in der Lage ist, hat man eine gute Grundlage f\u00fcr den Verkaufserfolg eines Produkts geschaffen. Sogenannte Fokusgruppen haben es sich zur Aufgabe gemacht, herauszufinden, wie viel Kinder \u00fcber Marken und deren Produkte wissen. Dabei liefert ihre Sicht nat\u00fcrlich wertvolle Informationen, die den Unternehmen sowohl f\u00fcr ihre Marktforschung, die eigene Produktentwicklung, als auch f\u00fcr die Erarbeitung ihrer Marketingstrategien dienlich sind. In speziellen Versuchsanordnungen werden Kinder beispielsweise mit Helmkameras ausgestattet und ihnen die M\u00f6glichkeit gegeben, in Superm\u00e4rkten zu st\u00f6bern. Firmen k\u00f6nnen so besser die Perspektive von Kindern einnehmen und Werbung gezielt auf diese junge Zielgruppe anpassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bereits mit 18 Monaten fangen Kinder an, bestimmte Produktetiketten zu erkennen, w\u00e4hrend sie ein Jahr sp\u00e4ter bereits dazu in der Lage sind, Gegenst\u00e4nde in ihrer Umwelt mit einem bestimmten Markennamen zu verkn\u00fcpfen. Amerikanische Forscher haben herausgefunden, dass Erstkl\u00e4ssler bereits 200 unterschiedliche Logos auseinander halten k\u00f6nnen. Hierbei ist nicht nur die Anzahl beeindruckend, sondern auch die hohe Wahrscheinlichkeit, dass diese Marken die Kinder ein ganzes Leben lang begleiten werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Werbende Unternehmen machen sich vor allem den sogenannten &#8222;Mere-Exposure-Effekt&#8220; zunutze. Dieser besagt, dass kurze, mehrmalige Wiederholungen einer Produktwerbung dazu f\u00fchren k\u00f6nnen, dass ein Produkt positiver vom Konsumenten wahrgenommen wird. Dies kann auch unterbewusst erfolgen. Unternehmen, die fr\u00fch beginnen, Kinder mit ihren Werbeformen zu beeinflussen, k\u00f6nnten nach dieser Theorie bereits in einem sehr fr\u00fchen Stadium einen enormen Einfluss auf die Entwicklung der Kinder haben. Auch gerade weil Kinder im Vergleich zu Erwachsenen nur einer kleinen Auswahl an Medienformaten ausgesetzt sind, haben diese unbewusste Wiederholungen eine starke Wirkkraft. Kindermarketing erscheint also ein sehr erfolgsversprechender Ansatz, weshalb Marken darauf aus sind, ihre Logos so vielen Kindern und Jugendlichen so h\u00e4ufig wie m\u00f6glich zu pr\u00e4sentieren. Zum gro\u00dfen Vorteil der Werber entwickelt der Mensch erst ab einem Alter von sieben bis acht Jahren die F\u00e4higkeit, gewisse Informationen direkt als Werbung zu erkennen. Werbespots f\u00fcr Handys oder Autos, die w\u00e4hrend Zeichentrickserien ausgestrahlt werden, zielen nur sekund\u00e4r auf die Zielgruppe der Eltern ab, prim\u00e4re Zielgruppe sind Kinder, da sie wesentlich einfacher zug\u00e4nglich sind f\u00fcr Werbema\u00dfnahmen. Es ist daher nicht weiter verwunderlich, dass sich Vermarkter mit ihren Werbeformen st\u00e4rker darauf konzentrieren, Kinder anzusprechen, damit diese auf ihre &#8222;ganz eigene Art die Mutter \u00fcberzeugen&#8220;, anstatt sich direkt an die M\u00fctter zu wenden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Optisch sind die Werbema\u00dfnahmen nat\u00fcrlich direkt auf die junge Zielgruppe zugeschnitten. Bunte Farben, schnelle Bewegungen und farbenfrohe Charaktere sollen in Spots schnell die Aufmerksamkeit der Kinder gewinnen. Durch die Verwendung von sogenannten &#8222;Stealth&#8220;-Techniken gelingt es Marketern, die Absicht einer Werbeanzeige geschickt zu verbergen, sodass schlie\u00dflich Marken durch Assoziationen als vertrauensw\u00fcrdig oder zuverl\u00e4ssig wahrgenommen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf Grund der Zunahme der Social Media-Nutzung in den letzten Jahren investieren mittlerweile viele Firmen in Online-Marketingmethoden im Social Media-Bereich. Unternehmen schalten Anzeigen \u00fcber Google Adwords oder engagieren F\u00fcrsprecher f\u00fcr ein erfolgreiches Influencer-Marketing, um Werbung m\u00f6glichst nat\u00fcrlich und organisch in den Alltag der Jugendlichen miteinflie\u00dfen zu lassen. Durch die Emotionalisierung \u00fcber Social Media-Influencer oder die M\u00f6glichkeit der genauen Einordnung der Zielgruppe nicht nur nach Alter, sondern auch nach Interessen gelingt es Unternehmen, dem Publikum l\u00e4nger und st\u00e4rker in Erinnerung zu bleiben und dieses von ihrem Produkt zu \u00fcberzeugen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kinder finden immer fr\u00fcher den Zugang zu den neuen Medien, sodass interaktive Technologien an der Spitze der Spielkultur stehen. Gerade online in den virtuellen Welten verschwimmen die Verbindungen zwischen kommerziellen und nicht-kommerziellen Inhalten. Durch In-Game Ads wird der Content zum festen Bestandteil des Entertainment-Erlebnisses, was zur positiven Bemessung der eingebetteten Marken f\u00fchrt. Die Spieler werden ermutigt, gesponserte Bannerwerbungen anzuklicken, damit sich die eigene virtuelle W\u00e4hrung innerhalb des Spiels erh\u00f6ht. Diese Form des Content-Marketings erm\u00f6glicht es Kindern, mit dem Produkt zu interagieren, was z.B. bei simplen Produktplatzierungen in Filmen oder Serien nicht der Fall ist. Auf diese Art und Weise schaffen es Vermarkter, dass Kinder eine langj\u00e4hrige Loyalit\u00e4t gegen\u00fcber der eigenen Marke entwickeln. Zudem werden Kinder von Unternehmen durch verlockende Angebote (sog. &#8222;Freebies&#8220;) f\u00fcr Premium-Content anvisiert, der dann im Austausch gegen ein &#8222;Like&#8220; erh\u00e4ltlich ist. \u00dcber diesen Weg erhalten Vermarkter Zugang zu den pers\u00f6nlichen Informationen der anvisierten Zielgruppe. Mittels komplexer Algorithmen wird die Werbung im n\u00e4chsten Schritt auf das Interessenprofil der einzelnen Kinder zugeschnitten und kann dadurch gr\u00f6\u00dfere Effekte erzielen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer jetzt jedoch \u00fcberaus angetan ist von den Marketingideen f\u00fcr die Kleinsten und diese Beispiele aus der Werbewelt gerne umsetzen m\u00f6chte, sollte sich zuerst die folgende Frage stellen: Ist Kinderwerbung bis zu einem gewissen Alter unmoralisch oder \u00fcberhaupt vertretbar?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch wenn die Beseitigung von &#8222;kindzentrierter Werbung&#8220; auf l\u00e4ngere Sicht unrealistisch sein ist, sollte jedoch an das Verantwortungsbewusstsein der Werbetreibenden appelliert werden. Es w\u00e4re sinnvoll, Kompromisse zu finden und den Einfluss von Unternehmen auf die Entwicklung der Kinder zu begrenzen. Dabei liegt die Verantwortung jedoch nicht nur bei den Akteuren der Werbewelt, sondern auch Eltern sind angehalten auf ihre Kinder zu achten, den Medienkonsum des Nachwuchs&#8216; zu beschr\u00e4nken und damit die tagt\u00e4glichen Kontaktpunkte zwischen Kind und Marken zu begrenzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obwohl Kinder in ihrem Alter zwar meist noch ein Jahrzehnt vom Kauf ihres eigenen Autos oder eines eigenen Urlaubs entfernt sind, werden sie h\u00e4ufig schon in jungem Alter von Unternehmen adressiert. Der Grund daf\u00fcr ist, dass diese junge Zielgruppe h\u00e4ufig \u00fcber mehr Marktpotenzial verf\u00fcgt, als man vorerst vermuten w\u00fcrde. 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